Die Taucher - Blog

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Reisebericht Ägypten trotz Corona

von David Adelmann

Bericht von Waltraud Binanzer
Das Kribbeln in meinem Körper hörte nicht mehr auf und dann war es klar, ich musste wieder in einem tropischen Meer tauchen - Balsam für die Seele und für den Körper. Als leidenschaftliche Taucherin seit nunmehr 52 Jahren konnte ich zwar in Covid Zeiten in die einheimischen Seen gehen, war auch nach über 40 Jahren wieder in El Hierro (Südwestlichste Insel der Kanaren) und Madeira, aber Atlantik ist eben nicht das Rote Meer. Der Entschluss stand fest und anderen ging es ähnlich wie mir. Nachdem die Stuttgart - Marsa Alam Flüge gecancellt wurden, haben wir umgebucht auf Zürich - Marsa Alam.
Ab dort fliegt die Swiss/Edelweiss und die Germania/Flair fast zeitgleich Donnerstags das Routing. Es war zwar ein frühes Aufstehen angesagt, weil die Maschine um 06.20 Uhr in Zürich startete, aber in zwei Stunden Fahrtzeit ist man flott in Zürich und kann dort das Auto abstellen. Den Covid Test für die Einreise in Ägypten haben wir hier gemacht, es besteht aber auch die Möglichkeit den Test vor Ort für EUR 30,-- zu machen. Aber wir wollten auf der sicheren Seite sein. Die Schweizer weisen Ägypten nicht als Risikogebiet aus und deshalb wird dreimal die Woche nach Hurghada und Marsa Alam geflogen. Am Airport die AHA Regeln befolgen, die Airline war nur zu 50 % belegt und es gab eine Dreierreihe für mich alleine. Das Frühstück war excellent mit warmen Vollkornbrot, normalem Besteck, Joghurt, Wurst und Käse. Ein entspannter Flug von 4,15 Std. Am Airport kamen nur diese beiden Maschinen an. Den Covid Test musste man zeigen, eine Visumpflicht besteht gerade nicht. In kürzester Zeit war das Gepäck da und wir haben uns vom Hotel Brayka Bay abholen lassen. Vor dem Eingang des Hotels wurde unser gesamtes Gepäck flüssig desinfiziert, unser Fieber gemessen und dann durften wir hinein. Die Zimmer alle desinfiziert mit Plastikfolie verpackten Handtüchern, was alle zwei Tage wiederholt wurde. Der deutsche Manager begrüßte uns persönlich und an allen Mitarbeitern des Hotels fühlte man die Freude, dass Touristen wieder kommen. Auf der Tauchbasis Coraya Divers und dem Personal wurden wir 6 Taucher ebenfalls freudig begrüsst. Neben uns waren noc hvier weitere Schweizer Gäste da. Gesamt war das Hotel mit 150 Gästen von max 950 Gästen belegt und davon waren auch 30 % ägyptische Familien. Alles war sauber gepflegt, vor allen Dingen auch die Grünanlagen. Der Strand und die Bucht war fast menschenleer. Im Zodiak durften nur 4 Personen fahren. Wir waren für uns und das bei 30 Grad Wassertemperatur und 38 Grad Außentemperaturen. Beim Mittag- und Abendessen wurde am Eingang ins Restaurant ebenfalls Fieber gemessen. Das Buffet war aufgebaut, wir durften nur Teller nehmen und unser Wunschessen wurde dann auf unsere Teller gegeben. Die Getränke wurden an den Tisch gebracht. Beim Abendessen wurden die Tische auch mit viel Abstand am Pool aufgebaut. Die Bar an der Bucht hatte ihren normalen Betrieb. Die Cafeteria im Hauptgebäude war geschlossen, ebenso der Spa-Bereich. Wir haben dennoch vom Küchenchef schon vor 7 Uhr morgens unseren Capuccino erhalten, nachdem sich der Manager für unser Bedürfnis eingesetzt hatte. Wir sind dann auch mit dem großen Zodiak für einen Two Tank Dive nach Elphinstone gefahren und waren alleine! Kein einziges Boot dort. Das hatte ich noch nie. Die Großfische waren nicht da, aber all die tanzenden roten Fahnenbarsche, die üppigen Korallen und handzahme Schildkröte haben unseren Covid-Alltag vergessen lassen. Es war Erholung pur. Nach der Eingewöhnungswoche sind wir dann von der Golden Dolphin abgeholt worden und sind mit der Golden Dolphin III in Port Galib gestartet. Dort waren 5 Schiffe vor Anker, zwei Restaurants hatten offen und ein paar wenige Shops. Fast Geisterstadt und eine unendliche Ruhe. Unsere Tour ging dann in den Süden Fury Shoals mit Shaab Masur und Shaab Claude, Dolphin House und dann weiter nach Daedalus. Im Süden waren wir auch alleine, in Deadalus kamen dann noch zwei Schiffe dazu. Ein absolutes Highlight waren 6 Delfine, die um uns herum 15 Minuten ihr Stelldichein gaben - unbeschreiblich schön und hatte ich auch schon sehr lange nicht mehr. Die Vorfreude auf Hammerhaie in Daedalus war etwas gedämpft wegen der Wassertemperaturen, denn bekanntlich mögen Haie keine 30 Grad. Aber die Option mit Pressluft auch tiefer zu können habe ich mir jedenfalls gegeben, denn die Chance sie dort zu sehen ist immer gegeben. Und sie waren da, zwar tief, aber immerhin mein Rock'n Roll ging auf wo ich mich seit Monaten darauf gefreut hatte. An Bord hatten wir 10 Personen Crew und zwei Guides für 13 Gäste. Alle waren happy und zuvorkommend, dann es war nach Monaten die erste Tour wieder wo sie arbeiten durften. An Bord gab es neben der Tauchgangsliste, die Nitroxliste und noch eine Körpertemperaturliste, wo wir jeden Tag eintragen mussten. Platz und Abstand gab es hier auch genügend, das Schiff wurde nach den Covid-Regeln gesäubert, Desinfektionsmittelspender auf allen Ebenen, Essen in Buffetform zum selbst nehmen. Jeder hatte sein Handtuch und Bademantel. Nur Crewmitglieder wurden genommen die nicht krank waren und deren Temperatur stabil waren, aber den Covid Test hatten sie nicht. Nach den Aussagen gab es in Marsa Alam keine Covid Fälle, aber Zahlen und Fakten liegen nicht vor. Also bedeutet dies ein Risiko für uns Urlauber. Was ich nicht verstehen kann, dass die ägyptische Regierung den Covid Test bei Einreise sponsert mit EUR 30,--aber den Schiffsbesitzern nicht ebenso das Angebot macht, die Mannschaft zum gleichen Preis testen zu lassen. Wer als Ägypter selbst den Test macht muss mit dem gleichen Preis rechnen wie bei uns von bis zu €100,-- was sich natürlich keiner leisten kann...Deshalb habe ich letzte Woche verstärkt mit zwei Schiffsbesitzern gesprochen doch über die Red Sea Diving Organisation einen Apell an den Tourismusminister zu richten dies in naher Zukunft einzuführen, denn dann wäre vielleicht auch unsere Regierung bereit die Reisewarnung für Ägypten zu lockern damit mehr Urlauber den Mut haben in die Wärme Ägyptens zu fliegen, denn eines ist klar: wir werden mit Covid leben müssen so wie wir mit allen anderen Infektionskrankheiten auch leben. Der Schiffsbesitzer der Aphrodite hat mir nun versichert die Crew testen zu lassen. Mr. Hamada wäre dann der erste der dies macht um die Sicherheit seiner Gäste zu gewährleisten. Und wenn dann die Crew für mehrere Fahrten das Schiff nicht verlässt, fühlt man sich sicher. Deshalb werde ich im November wieder ans Rote Meer fliegen. Inzwischen wurden die Flüge von Deutschland ans Rote Meer von den Veranstaltern storniert und es geht jetzt nur die Verbindung von Deutschland via Istanbul und weiter nach Hurghada oder mit der Swiss oder Germania von Zürich nach Hurghada. Unsere Kreuzfahrt wird sein So -  So 15.11. -22.11.20 für die Tour Nord und Brother Islands und Daedalus. Ich würde mich freuen wenn die Ängste schwinden und der Mut zur Buchung wieder da ist.
Nach unserer Rückkehr in Zürich sind wir nach Stuttgart gefahren, ein Teil hat sich gleich am Flughafen Stuttgart testen lassen und ich bin wieder zu meinem Doc. Wir waren alle Covid negativ und konnten dann auch wieder unsere Arbeit aufnehmen. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Regierung nicht bei den 14 Tagen Quarantäne bleibt, sondern es auf 5 Tage begrenzt, was überschaubar ist auch zur Sicherheit unserer Mitmenschen dient. Die Schweizer sehen es entspannter und haben als Pflicht nur den Covid Test, aber keine Quarantäne und man könnte sich an dieser Regierung vielleicht auch ein Beispiel nehmen, wie man die Reisebranche unterstützen und die Urlaubsfreude fördern kann.

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